Verkäuferdarlehen sind bei Unternehmenstransaktionen wichtige Instrumente:
a) Mit ihnen wird die Akquisitionsfinanzierung ermöglicht.
b) Dadurch kommt der Verkauf häufig überhaupt erst zustande.
Oder, etwas überspitzt ausgedrückt: Ohne Verkäuferdarlehen (oftmals) kein Verkauf.

 

 

Verkäuferdarlehen: den Verkauf realisieren

Eigentlich ist dieses Szenario häufig zu finden: Der Unternehmer steht kurz davor, seine Firma definitiv zu verkaufen und damit die Nachfolge zu lösen:

  • Der Käufer ist gefunden.
  • Die Due Diligence hat keine Probleme zutage gefördert.
  • Die Gespräche sind viel versprechend verlaufen.

Beide sind daher der Ansicht, endlich handelseinig zu sein.

Einzig die Akqusitionsfinanzierung ist noch nicht in trockenen Tüchern.

 

Finanzierungslücke schliessen

Zwar bringt der Käufer einen bedeutenden privaten Anteil ein. Die Bank ist ebenfalls stark engagiert.

Trotzdem besteht eine Finanzierungslücke.

Hier ist das nochmalige Engagement des Verkäufers gefragt.

Indem der Verkäufer einen Teil des Kaufpreises stundet, schliesst er die Lücke.

 

Mit diesem Schritt finanziert der Verkäufer den Kaufpreis für das Unternehmen, von dem er sich ja eigentlich trennen möchte.

Und wird so gleichzeitig vom Eigentümer des Unternehmens zum Gläubiger des Käufers (bzw. der Holding des Käufers).

 

Kenngrössen von Verkäuferdarlehen

Darlehenszins
  • Wird regulär verzinst. Im Gegensatz zum Earn-out wird selten eine erfolgsrelevante Komponente eingebaut.
  • Die Zinssätze liegen in der Regel über jenen der bankseitigen Akquisitionsfinanzierung.
  • Um der langen Laufzeit und dem damit verbundenen höheren Ausfallrisikos Rechnung zu tragen, können sie zudem mit ansteigenden Zinssätzen ausgestaltet werden.
Höhe
  • Üblicherweise 10 bis maximal 20 Prozent des Kaufpreises.
Laufzeit
  • Meistens fünf bis zehn Jahre.

 

Fazit

Aus Sicht des Käufers ist offensichtlich, dass das Verkäuferdarlehen eine Art Brückenfunktion darstellt: Nur mit ihr ist es möglich, die Transaktion zu vollziehen.

Und der Verkäufer? Der steht zwar mit seinem eigenen Kapital ein, hat aber keinen Einfluss mehr auf die Geschäftsführung.

Da er jedoch vom künftigen Erfolg des Unternehmens überzeugt ist, sieht er das Darlehen als attraktive Kapitalanlage.

Womit die Interessen beider Seiten abgedeckt sind.

 

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