Familienunternehmen und Private Equity können eine erfolgreiche Kombination sein, wenn beiden früh klar ist, was sich beide Seiten vom Investment versprechen, insbesondere, um die Unternehmensnachfolge zu finanzieren

Weshalb sollte ein Familienunternehmen die Variante Private Equity ins Auge fassen, um beispielsweise die Unternehmensnachfolge zu finanzieren?

Und: Sind die beiden Geschäftsprinzipien überhaupt kompatibel?

 

Familienunternehmen und Private Equity

Eher eine Vernunftehe

Familienunternehmen auf der einen und Private Equity-Unternehmen auf der anderen Seite? Oder, anders gesagt: Familienfremde und zudem unbekannte Investoren als Partner für familiengeführte Unternehmen, die oftmals eine eindrückliche Historie aufweisen und einen zeitlich langen Fokus haben? Funktioniert diese Verbindung, insbesondere, wenn es darum geht, die Unternehmensnachfolge zu finanzieren?

Wir zeigen, worauf in dieser Konstellation zu achten ist.

Es wird kaum eine Liebesbeziehung daraus. Eher eine Vernunftehe. Soviel zu spontanen Aussagen, die wir hin und wieder hören.

Am anderen Ende der Werteskala

Die vordergründig divergierenden Interessen zeigen sich – so die landläufige Einschätzung – nämlich bereits an den bekannten Etiketten: Private Equity-Investoren suchen offenbar nur den kurzfristigen Erfolg.

Sie gelten als Heuschrecken.

Und sie besitzen kaum unternehmerisches Verständnis.

Damit liegen Investoren von Private Equity exakt am anderen Ende einer Werteskala, wie sie nach allgemeinem Verständnis für Familienunternehmen gelten:

Langfristige Ausrichtung, die Aktien bleiben in der Familie, ausgeprägte unternehmerische Verantwortung.

 

Es lohnt, Private Equity näher anzuschauen

Die Unternehmensnachfolge finanzieren

Obwohl sich die Private Equity-Branche früher häufig kritische Voten anhören musste, lohnt es sich, die Beteiligung durch Fonds im Bereich von Private Equity etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ihr Einsatz ist vor allem dann sinnvoll, wenn das organische Wachstum unterstützt, Konkurrenten übernommen, die eigenen Mittel gestärkt oder – und dies dürfte künftig vermehrt der Fall sein – die Unternehmensnachfolge finanziert werden soll.

Speziell hier kann es hilfreich sein, nach Finanzierungslösungen zu suchen, die nicht per se auf der Hand liegen.

Bedeutender Einfluss des Private Equity-Investors

Fällt die Wahl auf einen Private Equity-Investor, sind jedoch einige Dinge zu beachten. Auf diese gehen wir weiter unten ein.

Der finanzielle Einstieg eines Investors bei einem Familienunternehmen ist in jedem Fall mit einem bedeutenden Einfluss verbunden.

So bestimmt er die Strategie mit oder möchte zumindest, da er mit seinem Investment ein erhebliches finanzielles Risiko eingeht, regelmässig und ausführlich über den Geschäftsgang ins Bild gesetzt werden.

 

 Frühzeitig aufeinander zugehen

Welche Ziele werden verfolgt?

Beiden Seiten müsste also schon früh klar sein, was sie sich vom Investment versprechen.

Dazu zählen ganz grundsätzliche Überlegungen:

Wo liegen die Chancen?

Von welchen Risiken müssen wir prinzipiell ausgehen?

Welche Regeln und Kriterien sollen gelten?

In den Details liegt der Schlüssel

Ebenso wichtig ist die Frage, wie bei der Unternehmensnachfolge die enge finanzielle und strategische Zusammenarbeit zwischen Familienunternehmen und Investor im Detail auszusehen hat.

Eine anstrengende und zeitweise auch etwas mühsame Phase – für beide Seiten.

Wenn aber diesen und ähnlichen Fragen zu wenig Beachtung geschenkt wird, sind die Probleme vorprogrammiert: Dann fehlen die gemeinsamen Vorstellungen zur Strategie, zu den Zielen oder beispielsweise dazu, wie der Jahresgewinn verwendet werden soll. Die Folgen sind aller Regel schmerzhaft.

 

Können beide miteinander?

Die Chancen unterschiedlicher Welten

Dennoch können Unternehmer von den Erfahrungen guter Finanzinvestoren gleich in mehrfacher Hinsicht profitieren.

Zum einen sind sie nebst ihrer eigentlichen Aufgabe als Finanzierer oftmals wertvolle Sparringpartner.

Und zum andern verfügen sie idealerweise über ein grosses Netzwerk, das letztlich wiederum dem Unternehmen zugute kommt.

Aber eines muss beiden Seiten von Beginn weg klar sein: Finanzinvestoren und Familienunternehmer leben schon von ihrer Herkunft und primären Zielsetzung her in unterschiedlichen Welten.

Fazit für Familienunternehmen

Also: Lohnt sich der Einsatz?

Sollen Investoren die Unternehmensnachfolge finanzieren?

Wenn eindeutig klar ist, was die eine Hälfte von der anderen erwartet, gewiss.

Und vielleicht entwickelt sich mit der Zeit und durch die gemeinsam erzielten Ergebnisse sogar so etwas wie gegenseitige Zuneigung.

 

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