Sie stehen mitten im Leben.
Und wollen es noch einmal wissen: Mitglieder des Managements grösserer Unternehmen, die mit der externen Nachfolge nun den Schritt hin zum Unternehmer vollziehen.

 

Persönlichkeit, Wissen, Erfahrung, Energie

Sie sind zwischen 45 und 50, in der Regel gut ausgebildet, erfahren und zielbewusst: Mitglieder des Managements grösserer Unternehmen.

Vor allem aber stehen sie mitten im Leben. Und sie wollen es noch einmal wissen. Die ersten zwanzig Jahre ihrer Karriere liegen hinter ihnen. Eine ebenso lange Zeit haben sie beruflich nun aber noch vor sich.

In den nächsten zehn, fünfzehn oder zwanzig Jahren möchten sie das einbringen, was sie heute ausmacht: ihre Persönlichkeit, ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Energie.

Diese Lebensphase wird als enorme Chance wahrgenommen, um sich nochmals zu beweisen und um etwas zu bewegen.

 

Sie haben vor, diesen zweiten beruflichen Abschnitt als sinnvolle Lebensphase zu erleben. Sie möchten nun selbst für den Erfolg verantwortlich sein.

Und ihnen ist wichtig zu gestalten, sich und andere voranzubringen und ein – ihr – Unternehmen mit den eigenen Ideen, Vorstellungen und Zielen zu prägen. Wenn möglich im Rahmen einer externen Nachfolge.

 

Externe Nachfolge als Karriereschritt

Viele sind voller Energie. Gestählt zwar durch herbe Enttäuschungen, aber auch gestärkt in der Erkenntnis, dass es trotz Rückschlägen auch immer wieder irgendwie aufwärts gegangen ist.

Nun stehen sie vor dem wahrscheinlich grössten Schritt ihrer Laufbahn. Gleichzeitig ist klar, dass sie das letzte Mal in ihrem beruflichen Leben nochmals so richtig Gas geben können.

 

Nur fehlt das richtige Unternehmen. Und damit potenzielle Verkäufer, die für eine Nachfolge von aussen bereit wären.

Doch die familienexterne Nachfolge ist in den letzten Jahren wesentlich attraktiver geworden. Studien zeigen, dass in rund der Hälfte aller untersuchten Fälle explizit eine Option ausserhalb der Familie angestrebt wird.

 

Chance für Übergeber und Nachfolger

Auch die Ergebnisse einer Studie der Universität St. Gallen unterstreichen diese Feststellungen: Nur noch bei 40 Prozent der KMU wird die Unternehmensleitung familienintern übergeben.

Ein Fünftel der Unternehmerfamilien verkauft das Unternehmen an das bisherige Management und sucht somit einen ebenfalls naheliegenden Weg.

Weitere 40 Prozent favorisieren jedoch Lösungen fernab von Familie und Unternehmen. Und damit schliesst sich der Kreis zu den interessierten externen Käufern wieder.

Denn die Vorteile dieser Übergabeform sind offensichtlich: Das Unternehmen profitiert von neuen Sichtweisen, Visionen und Strategien.

 

Und es kann auf erfahrene Manager zählen, die zwar die internen Stärken und Schwächen des Unternehmens (noch) nicht kennen, den Markt aber aus einer unverstellten Perspektive wahrnehmen – und daraus Chancen ableiten.

 

„… they sell to people they trust“

Natürlich sind auch die Schattenseiten unverkennbar: Der Tatbeweis, Unternehmer zu sein, muss erst noch erbracht werden.

Es ist zudem nicht auszuschliessen, dass es zu ernsthaften Konflikten mit dem bisherigen operativen Management kommen könnte, die Akzeptanz der Mitarbeitenden fehlen würde, die Kenntnisse der Branche nicht ausreichend wären oder dass eine allzu riskante Akquisitionsfinanzierung dem Projekt das Licht auszuknipsen in der Lage wäre.

Aber letztlich sucht diese Zielgruppe ja bewusst nach einer unternehmerischen Herausforderung.

Bleibt somit die Frage, wie die beiden Seiten zueinander finden.

Als wertvolle Quelle erweist sich oft das Freundes- und Bekannten-Netzwerk, das über viele Jahre hinweg geknüpft worden ist.
Oder der M&A-Berater, der sich über Jahre hinweg ein weitverzweigtes Beziehungsnetz geschaffen hat. Und der über das Gespür verfügt, zum rechten Zeitpunkt die richtigen Köpfe zusammenzubringen. Ganz im Sinne von „People buy from people they like“.

 

Man könnte noch ergänzen: “ … and they sell to people they trust“.

 

© ap pahud & partner